anno reed
28. February 2026
Ich wurde am 22.02.26 abends vom Rettungsdienst wegen Luftnot in die Zentrale Notaufnahme des Klinikums gebracht, wo eine Lungenembolie diagnostiziert wurde. Von dort in derselben Nacht rüber in die CPU Küchwaldklinik, wo mir Dr. Rookwar mitteilte, dass mir ein Herzkatheter gelegt werden würde, um eine Lyse in den Lungenflügeln einzuleiten. Dass ich den ganzen 23. auf diese Behandlung warten musste, sei geschenkt, es gab auf der ITS genügend anderes zu tun. Die Behandlung verlief dann auch erfolgreich, sodass schon am 24. früh der Herzkatheter gezogen werden und am Nachmittag in der Angiologie untersucht werden konnte, woher die Thrombose gekommen war. Am selben Tag noch wurde ich auf die Station K071B verlegt und konnte bereits am 27. wieder nach Hause entlassen werden. Alles in allem bin ich mit der Behandlung sehr zufrieden. Mein besonderer Dank gilt den beiden Rettungssanitätern, die mich sehr clever überreden konnten, mich ins Krankenhaus bringen zu lassen. ;) (wusste ja bis dahin niemand die Ursache meiner Luftnot). Mein weiterer Dank geht an fast das gesamte Personal der K071A (mit Ausnahme einer Pflegerin, die mich anschnauzte, ein verschwundener Stift sei kein Grund zu klingeln) und das gesamte Pflegepersonal der K071B (namentlich seien stellvertretend Dorota M., Gunraj D. und Bienvenue genannt - leider habe ich nicht alle nach ihren Namen gefragt) sowie an einige Ärzte, mit denen ich es zu tun hatte, ganz besonders an eine Internistin von der Zentralen Notaufnahme namens Tamara. Was aber gar nicht geht, ist die Organisation vieler Behandlungen. Ich musste miterleben, wie eine alte Frau mindestens 3 Tage auf eine Untersuchung warten musste, ohne dass ihr gesagt wurde, wann sie nun endlich geholt wird, warum immer noch nicht und was eigentlich los ist, sie sich dafür vom Arzt anhören musste: "Wieso ist es denn so wichtig, dass Ihre Tochter Sie besuchen kommt?" Weil soziale Kontakte nachgewiesenermaßen mitentscheidend für die Genesung von Patienten sind? Das sollte man mittlerweile auch im Medizinstudium lernen! Die Angehörigen können schließlich nicht jeden Tag auf Abruf zu Besuch kommen, wenn sie arbeiten oder eine lange Anfahrt haben. Es mag ja sein, dass so viele Notfälle und Reanimationen dazwischenkommen, dass eine Untersuchung oder Behandlung um mehrere Tage verschoben werden muss, dann ist es aber doch das Mindeste, den Patienten regelmäßig über diese Verzögerungen zu informieren! Nicht zuletzt, damit sie ihre Angehörigenbesuche umorganisieren können. Ebenso wenig Verständnis finden bei mir Ärzte, die sich nicht einmal vorstellen, dafür aber von oben herab Allerweltsweisheiten an Patienten verteilen, die möglicherweise selbst denken können. Sehr unangenehm fand ich das bauliche Ambiente der neuen Kardiologie. Ein hässlicher Betonklotz mit nackten-weißgrauen Wänden in den Zimmern. Ja, alles ist perfekt sauber und technisch auf höchstem Level ausgestattet, aber ein bisschen Farbe oder - Gott bewahre! - schöne Bilder tun niemandem weh, im Gegenteil, sie können das Wohlbefinden nachweislich heben. Eine von vielen Hörempfehlungen: WDR, Planet Wissen, "Die Macht der Farben auf der Intensivstation". Es gibt bestimmt viele Laienkünstler, die ihre Kunstwerke mit Freude kostenlos zur Verfügung stellen würden. Ganz unterirdisch aber ist die Verpflegung vom Klinik Catering Chemnitz! Kein frisches Obst und Gemüse, alles kommt in diesen unsäglichen Näpfchen, ist völlig bis weitgehend geschmackfrei, und teilweise zu fettig. Der "Frischkäse" z. B. hat eine Textur wie Latexfarbe und schmeckt nach gar nichts. Es ist unappetitlich und mit Sicherheit auch ungesund. Wenn ihr, liebe Leute, mir nicht das Leben gerettet und überwiegend so freundlich und engagiert gewesen wärt, gäb's nur 2 Punkte, aber ihr tollen Pfleger und (wie gesagt teilweise auch) Ärzte macht den letzten Punkteabzug wett. Für das Ambiente, das Essen und ein paar überhebliche Ärzte könnt ihr ja nichts.